Das sollten Sie über den 450-Euro-Job wissen

Wer kennt ihn nicht: den Minijob! Ob Schule, Studium oder Rente, häufig bessern gerade junge und ältere Menschen ihre Finanzen mit einer geringfügigen Beschäftigung auf. Aber auch Künstlern, Selbständigen und anderen Berufsgruppen steht es frei, diese Art des Nebenjobs auszuüben. Dabei werden zwei Arten von Minijobs unterschieden. Bei einem 450-Euro-Minijob darf ein Angestellter höchstens 450 Euro im Monat verdienen, um die sogenannte Geringfügigkeitsgrenze nicht zu überschreiten. Damit ergibt sich durch den individuellen Stundenlohn die maximale Anzahl an Stunden, die Minijobber im Monat arbeiten dürfen. Die Alternative ist der kurzfristige Minijob oder die kurzfristige Beschäftigung, bei der das monatliche Entgelt schwanken kann und die Höhe keine Rolle spielt. Allerdings darf der Arbeitseinsatz 3 Monate oder insgesamt 70 Tage im Kalenderjahr nicht überschreiten. Welche Ansprüche sowie Vor- und Nachteile sich speziell aus dem für die meisten Angestellten wichtigeren 450-Euro-Job ergeben, erfahren Sie in folgendem Artikel.

Minijob als Lieferdienst

Das sind die Vor- und Nachteile von Minijobs

Die Minijobs auf 450-Euro-Basis bringen Vorteile und Nachteile mit sich. In bestimmten Phasen des Lebens zum Beispiel für Schüler, Studenten und Rentner kann ein Minijob aufgrund der geringeren Abgabenlast und einer in der Regel ohnehin bestehenden Krankenversicherung (durch die Familie oder Rente) eine gute Wahl sein. Darüber hinaus gelten Menschen mit einer geringfügigen Beschäftigung nach Teilzeit- und Befristungsgesetz als teilzeitangestellt, haben die gleichen Rechte wie Beschäftigte in Vollzeit und bekommen selbstverständlich auch den gesetzlichen Mindestlohn. Für Personen, die allerdings einen Einstieg oder Wiedereinstieg in einen sozialversicherungspflichtigen Job suchen, kann der Minijob schnell Nachteile mit sich bringen. Oftmals bieten diese Art von Jobs keine Perspektive. Aufstieg und weitere Qualifizierungen können schwieriger werden. Nachteile können den Minijobbern ebenfalls beim Rentenanspruch sowie beim Arbeitslosengeld entstehen.

Rentenanspruch bei Minijob

Für Angestellte in einem 450-Euro-Job besteht eine Pflichtversicherung für die Rente. Daraus resultiert zwar nur ein geringer Rentenanspruch, doch die zusätzliche Beitragszeit kann sich zum Beispiel bei Krankheit oder Invalidität lohnen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, sich per Antrag bei der Deutschen Rentenversicherung von dem Beitrag befreien zu lassen. In diesem Fall erwirbt man keinen weiteren Rentenanspruch.

Kranken- und Pflegeversicherung für 450-Euro­Jobs

Grundsätzlich gilt in Deutschland eine Sozialversicherungspflicht. Daher muss der Arbeitgeber bei 450-Euro-Jobs pauschale Beiträge zur Sozialversicherung abführen. Allerdings ist der Arbeitnehmer dadurch nicht automatisch kranken- und pflegeversichert. Für einen Verdienst unter 450 Euro müssen sie sich anderweitig versichern. Dafür gibt es drei

Möglichkeiten:

  • Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung
  • Beitragsfreie Familienversicherung
  • Freiwille Krankenversicherung (gesetzlich oder privat)

Erst ab einem Verdienst von 451 Euro führt der Arbeitgeber Beiträge für die Krankenversicherung ab. Wird der Nebenjob als Bezieher von Arbeitslosengeld 1 oder 2 ausgeübt, übernimmt das Arbeitsamt die Einzahlung für die Krankenkasse. Sollten Sie einen sozialversicherungspflichtigen Hauptjob haben, ist es durchaus möglich, einen Minijob als Nebentätigkeit auszuführen.

Sollte ein Arbeitnehmer mehrere Minijobs haben, sollte er den Überblick über den Verdienst behalten. Denn sobald in Summe die 450 Euro überschritten werden, fallen Beiträge für die Sozialversicherung an. Während der erste Minijob steuer- und sozialversicherungsfrei bleibt, werden für den zweiten Minijob Abgaben fällig. Das Gehalt des zweiten Minijobs wird auf den Verdienst des Hauptberufes angerechnet. Führen Arbeitnehmer mehrere Minijobs ohne Hauptberuf aus, werden diese zusammengerechnet.

Urlaubsanspruch im Minijob auf 450-Euro-Basis: Was gilt?

Auch Angestellte in 450-Euro-Jobs haben einen Anspruch auf bezahlten Urlaub. Grundsätzlich beträgt der Urlaubsanspruch mindestens 24 Tage bei einer 6-Tage-Woche. Dementsprechend müssen Sie den Urlaub auf die vereinbarten Werktage umrechnen.
Bei bezahltem Erholungsurlaub müssen die vereinbarten Werktage und nicht die Stunden, die an den Tagen geleistet werden, Beachtung finden.

Die Berechnung der Urlaubstage erfolgt mit nachfolgender Formel:

  • Individuelle Arbeitstage pro Woche x Urlaubsanspruch in Werktagen / übliche Urlaubstage

Beispiel:

Arbeitet ein 450-Euro-Jobber an fünf Tagen pro Woche, erhält er 20 Tage bezahlten Urlaub. Arbeitet ein Minijobber an 3 Tagen die Woche, stehen ihm nur 12 Tage Urlaub zu.

Haushaltsnaher oder gewerblicher Minijob?

Der Unterscheid zwischen einem haushaltsnahen und einem gewerblichen Minijob besteht vor allem bei den Abgaben und der Meldung in der Minijob-Zentrale. Arbeitgeber von haushaltsnahen Minijobs profitieren von Steuervorteilen und einer einfachen Anmeldung. Die Minijobber haben den Vorteil, dass es sich um ein vollwertiges Arbeitsverhältnis handelt. Zu den haushaltsnahen Tätigkeiten zählen zum Beispiel Kochen, Putzen, Kinderbetreuung, Pflege und Gartenarbeit.

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Häufige Fragen:

Was zählt unter Minijob?

Bei einem 450-Euro-Minijob darf ein Angestellter höchstens 450-Euro im Monat verdienen, um die sogenannte Geringfügigkeitsgrenze nicht zu überschreiten. Die Alternative ist der kurzfristige Minijob oder die kurzfristige Beschäftigung, bei der das monatliche Entgelt schwanken kann und die Höhe keine Rolle spielt. Allerdings darf hier der Arbeitseinsatz 3 Monate oder insgesamt 70 Tage im Kalenderjahr nicht überschreiten.

Was bedeutet auf 450-Euro-Basis arbeiten?

Diese Art von Jobs nennt man Minijobs und sie gelten als geringfügige Beschäftigung, mit der ein Angestellter höchstens 450 Euro im Monat verdienen darf.

Welche Arten von Minijobs gibt es?

Es gibt die geringfügige Beschäftigung mit einem Monatsgehalt von bis zu 450 Euro sowie den kurzfristigen Minijob, bei dem das monatliche Entgelt schwanken kann und die Höhe keine Rolle spielt. Allerdings darf hier der Arbeitseinsatz 3 Monate oder insgesamt 70 Tage im Kalenderjahr nicht überschreiten.

Welcher Stundenlohn bei Minijob?

Auch Minijobber haben einen Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn. Dieser beträgt 9,35 Euro (Stand: 28.07.2020). Natürlich kann auch ein höherer Stundenlohn ausgehandelt werden.