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Der richtige Umgang mit der Kündigung

Sobald der Arbeitgeber die Kündigung ausgesprochen hat, kommen die Fragen: wie geht es weiter? Wie sag ich es der Familie, den Freunden? Wie gehe ich bei neuen Bewerbungen und der Kündigung um? Auch wenn eine Kündigung in vielen Fällen nicht an der Person selbst liegt, wird sie heutzutage in Deutschland noch oft als persönliche Niederlage und Scheitern interpretiert. Wie soll man also damit umgehen?

Stigma Kündigung: wie gehe ich damit um? 1

In vielen Gesellschaften sind Leistung, Können und Karriere nach wie vor von großer Bedeutung. Fortkommen im Job bedeutet gleichzeitig für Viele auch den gesellschaftlichen Aufstieg. Die früher häufig vorherrschende Einstellung, dass Karriere und der Aufstieg in einem Unternehmen per se Vorrang haben, wandelt sich für eine wachsende Gruppe Menschen. Der klassische berufliche Werdegang, jahrelang an einer Stelle zu bleiben, ist heute nicht mehr üblich. Heutzutage sind Wechsel im Lebenslauf und Sprünge zwischen Tätigkeiten und Berufen Normalität. Immer mehr Leute suchen eine sinnvolle Arbeit, die sie erfüllt, die ihren Werten und Prinzipien entspricht. In allen Fällen hat die Arbeit aber einen besonderen Stellenwert im Leben. Wenn der Job dann durch Kündigung – also ohne eigenen Antrieb – wegfällt, ist die eine große Frage, wie es weitergehen soll.

Eine Kündigung kann einem den Boden unter den Füßen wegziehen sowie Stolz und Selbstwertgefühl verletzen. Sie bietet aber auch eine Chance. Eine Kündigung kann ein Neuanfang mit spannenden Herausforderungen sein, den man sich vorher selbst nicht getraut hat. Oder aber sie bietet eine neue Perspektive auf den bisherigen Werdegang und zeigt auf, was war gut und was nicht. Möglicherweise findet man genau dadurch einen Arbeitsplatz, der besser passt als der vorherige.

Die ersten Schritte

Unabhängig davon, ob die Kündigung aus heiterem Himmel kam, oder ob es Vorwarnungen gab – für die meisten Menschen ist dieser Moment ein mehr oder weniger großer Schock, den es zu verkraften gilt. Familie und Freunde sind diejenigen, die einen am besten kennen, und in der Regel die wichtigste Unterstützung in dieser Zeit. Über die Umstände und die eigenen Gefühle sprechen hilft sehr. Familie und Freunde können Mut zusprechen und helfen, Lösungen für die aktuelle Situation zu finden. Vielen hilft es, aufzuschreiben, was in ihnen vorgeht, was passiert ist – und vor allem, was sie schon immer mal machen wollten. Dies ist die Zeit, um kreativ zu sein, auch im ersten Moment unrealistische Ideen zuzulassen.

Auch wenn es eine sehr emotionale Zeit ist, sollte sich niemand zu spontanen Gefühlsausbrüchen gegenüber dem Arbeitgeber hinreißen lassen. Zum einen steht das Arbeitszeugnis noch aus, und zum anderen weiß man nie, wen der Chef kennt, und ob es bei späteren Bewerbungen dadurch Schwierigkeiten geben könnte.

Nach der Kündigung sollte möglichst schnell ein Zwischenzeugnis beantragt werden. Der Hintergrund ist der, dass das spätere Arbeitszeugnis nicht schlechter sein darf als das Zwischenzeugnis, und das Zwischenzeugnis auch für die Bewerbungen wichtig ist.
Ein weiterer Schritt, der nicht für jeden leicht ist, aber Pflicht, ist die Meldung beim Arbeitsamt. Diese Meldung kann zunächst telefonisch oder online erfolgen. Das Arbeitsamt kann zudem viele Fragen beantworten und Hilfestellungen geben, wie es weitergehen soll. Auch wenn es sich nicht so anfühlen mag, für die Mitarbeiter im Arbeitsamt ist es ganz normaler Alltag, Menschen in solchen Situationen Hilfe und Unterstützung anzubieten.

Wo bekommt man Unterstützung?

Wenn es aufgrund von Krisen oder Betriebsschließungen zu größeren Kündigungswellen kommt, nehmen inzwischen viele Arbeitgeber die Hilfe von Coaches an, um den gekündigten Mitarbeitern direkt eine psycho-soziale Unterstützung anbieten zu können. Andere Arbeitgeber greifen darauf auch bei Einzelkündigungen zurück, um den Schock abzumildern.

Natürlich kann auch der Betroffene selbst einen Karriere-Coach aufsuchen, um das weitere Vorgehen und den Umgang mit der Kündigung selbst klären zu können. Es gibt zudem viele Therapeuten und Beratungsstellen zur Jobsuche, die in diesem Themenbereich eine sehr gute Anlaufstelle sein können.

Wenn die emotionalen und psychischen Folgen sehr stark sind, und der Betroffene nicht ein noch aus weiß, ist eine psychologische Hilfe angebracht. Es gibt Beratungsstellen, die eine erste Anlaufstelle hierfür sind (z.B. Caritas, Netzwerk Offene Türen), Krisentelefonnummern für die akute Notsituation (z.B. Telefonseelsorge, der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117) und natürlich der Weg zu Psychologen und Psychotherapeuten.

Wie geht es weiter?

Nachdem der erste Schock abgeklungen ist, sollte die Situation analysiert werden. An dieser Stelle kann eine Unterstützung in Form eines Freundes oder Familienmitglieds, eines Coaches oder einer Beratungsstelle besonders hilfreich sein, um den Blick eines Außenstehenden zu bekommen. Wichtig ist, selbstkritisch zu sein. Was ist passiert, was waren unter Umständen die eigenen Anteile an der Situation, gibt es etwas, das man selbst in Zukunft anders machen kann oder möchte? Man sollte sich selbst die Chance und die Zeit geben, die Kündigung zu verarbeiten.

In einem nächsten Schritt sollte der Betroffene dann klären, wie es weitergehen kann und soll. Die Kündigung gibt einem die Chance, herauszufinden, ob der Berufsweg, den man eigeschlagen hat, immer noch der richtige ist. Vielleicht stellt man in diesem Prozess fest, dass man eine neue Richtung einschlagen möchte, und sucht eine Weiterbildung. Vielleicht stellt man auch fest, dass der Arbeitgeber mit seiner Struktur und seinen Unternehmenswerten nicht zu den eigenen Einstellungen gepasst hat, und orientiert sich entsprechend anders bei der Jobsuche. Und vielleicht stellt man fest, dass der bisherige Weg genau der richtige ist, und will in einem anderen Unternehmen diesem Weg weiter folgen.

Mit einem Coach oder Karriereberater kann dann auch geklärt werden, wie genau mit der Kündigung im Bewerbungsverfahren umgegangen werden kann. Die tatsächlichen oder vermeintlichen Rückschläge, die eventuell in Form einer Kündigung daherkommen, liefern oft die wichtigsten Erfahrungen. Sie zeigen, dass man sich in verschiedenen Situationen bewährt hat und auch persönlich mit unschönen oder unvorhersehbaren Ereignissen umzugehen weiß. Für diesen Schritt ist besonders wichtig, dass die Kündigung verarbeitet wurde, und man selbst weiß, wo man steht. Aber vor allem ist die Kündigung kein dauerhafter Makel, der einem anhaftet, sondern die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. Genau diese Möglichkeit will man mit dem neuen Job wahrnehmen.

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