Arbeitslos, was tun?

Eine Kündigung ist nicht ganz einfach zu verkraften. Betroffene zweifeln oft an sich und ihren Leistungen. Wichtig jedoch ist: Verlieren Sie nicht den Glauben an sich selbst und bleiben Sie beharrlich auf der Suche nach einer neuen Stelle oder neuen Aufgaben. Denken Sie auch an den privaten Bereich. Neue Herausforderungen, die bisher nicht im Fokus standen, können angegangen werden. Vielleicht ist es auch an der Zeit für eine Weiter- oder Fortbildung oder gar einen beruflichen Neuanfang. Reflektieren Sie sich selbst und überlegen Sie sich, wie Sie weitermachen wollen. Wie wäre es mit einem Ehrenamt, das Sie schon länger ausüben wollen?

Psychologische Unterstützung in der Arbeitslosigkeit

Umgang mit der Familie, dem Partner und Freunden

Besonders wichtig ist es, seine sozialen Kontakte nicht zu vernachlässigen. Gehen Sie Ihrem Privatleben weiter nach. Besuchen Sie Freunde und laden Sie Bekannte zu sich ein. Wer sich isoliert, vereinsamt über kurz oder lang. Treffen mit Freunden und der Familie können helfen, den Rückschlag zu verarbeiten. Wichtig ist es, darüber zu reden. Tauschen Sie sich aus. Für den Fall, dass Sie lieber mit einer neutralen Person reden möchten, gibt es unterschiedliche Dienste, die Ihnen beim Verarbeiten der neuen Situation helfen können.

Staatliche und kirchliche Krisendienste

Es gibt sowohl staatliche als auch kirchliche Krisendienste. Die staatlichen werden von den Bezirken des Landes finanziert. Psychologen, Sozialarbeiter sowie weitere Mitarbeiter weisen langjährige Erfahrung auf. In der Regel sind die Gespräche kostenlos und können auf Wunsch hin auch telefonisch stattfinden. Termine und persönliche Gespräche können telefonisch vereinbart werden. Mögliche Telefonnummern finden Sie hier.

7500 ausgebildete ehrenamtliche Mitarbeiter gibt es bundesweit in den kirchlichen Beratungsstätten. Beispielweise gibt es den Offene Tür Verein, die Evangelische Konferenz für Telefonseelsorge sowie den Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft für Beratung e.V. Eins haben alle Anlaufstellen gemeinsam. Es wird nicht nach Namen gefragt, die Telefonnummer wird den Mitarbeitern nicht angezeigt und das Gespräch wird auch nicht im Einzelverbindungsnachweis der Telefonrechnung aufgeführt. Alle Mitarbeiter unterliegen einer Schweigepflicht. Die Beratung ist kostenfrei und die Gesprächsgebühren übernimmt die Deutsche Telekom AG. Unter der 0800/111011 erreichen Sie die anonyme Telefonseelsorge. Eine Mail- und Chatberatung wird ebenso angeboten. Mehr erfahren Sie hier.

Selbsthilfegruppen

Selbsthilfegruppen dienen zum Informations- und Erfahrungsaustausch. Sie bieten aber auch Raum für neue Kontakte, Bekanntschaften und Freundschaften. Sie helfen Betroffenen, Erlebnisse zu verarbeiten und nicht in die Isolation zu geraten. Diese Gruppen sind in den meisten Großstädten und Landkreisen zu finden. Auf dem Portal Nakos finden Sie sämtliche Adressen und Informationen zu Selbsthilfegruppen.

Wie können gesetzliche Krankenkassen helfen?

Krankenkassen helfen, indem sie über mögliche Therapieformen beraten. Drei Formen von Therapien werden von der Krankenkasse übernommen:

  • Verhaltenstherapie
  • Tiefenpsychologie
  • Analytische Psychotherapie

Wichtig ist, dass der Therapeut eine Kassenzulassung besitzt, damit die Krankenkasse dafür aufkommt. Therapeuten können helfen, Störungen oder psychische Krankheiten zu überwinden. In der Erwerbslosigkeit kann das besonders hilfreich sein, um eine Wiedereinstellung zu erreichen. Weiterhin helfen Therapeuten bei Hilflosigkeit oder Panik. Hintergründe können aufgearbeitet werden und den Betroffenen ein besseres Gefühl bei Bewerbungen bringen. Weitere Informationen zu dem Thema finden Sie hier.

Karriereberater: So hilfreich können Sie sein

Eine weitere Möglichkeit ist es, sich Hilfe bei einem Karrierecoach zu holen. Aber Achtung: Seien Sie aufmerksam bei der Wahl des Beraters. Denn die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Bewerbungstraining und das Üben von Vorstellungsgesprächen können ebenso mit einem Karrierecoach durchgeführt werden wie eine Beratung hinsichtlich der Gehaltsvorstellungen. Auch Tipps zum Anschreiben und Lebenslauf können Teil des Coachings sein. Weitere Angebote können eine Lebensberatung beinhalten. Zur Vorbereitung für so einen Termin könnten Sie folgende Dinge tun:

  • Wünsche und Träume definieren
  • Sich fragen, was Ihre Ziele sind und wohin Sie gehen wollen
  • Überlegen, was Sie nicht wollen
  • Eine Bewerbungsmappe vorbereiten

Die Kosten für einen solchen Karriereberater beginnen oftmals ab 100 Euro die Stunde. In der Regel werden mehrere Stunden benötigt. Nach einer Terminfindung haben Sie einen persönlichen Termin oder die Sitzung findet per Videochat statt. Einen Coach können Sie hier über Empfehlungen oder im Internet finden. Wichtig ist, setzten Sie sich nicht unter Druck.