Ganz gleich, ob lange absehbar oder wie aus dem Nichts gekommen – eine Kündigung kann dem Betroffenen schwer zu schaffen machen. Das gilt sowohl für den finanziellen Background als auch für die Psyche des Entlassenen. Welche seelischen Folgen der Jobverlust haben kann und wie man dem entgegenwirkt, soll im Folgenden beleuchtet werden.

Psychologische Betreuung

Wenn die Struktur abhandenkommt …Psychische & physische Folgen

Hat der Status der Arbeitslosigkeit Bestand, können Gefühle von Nutzlosigkeit und Leere auch zu Depressionen führen. Selbstvertrauen und Antrieb schwinden zusehends und man dreht sich mit seinen negativen Gedanken im Kreis. Das eigentliche Ziel, wieder auf dem Arbeitsmarkt aktiv zu werden, gerät dabei zunehmend in weite Ferne. Doch damit nicht genug. Seelische Probleme gehen oftmals auch mit physischen einher. Je nach Belastungsintensität können sich folgende Symptome zeigen oder Krankheiten entstehen:

  • Müdigkeit
  • Bluthochdruck
  • Puls & Herzrasen
  • Schwindelgefühle
  • Schweißausbrüche
  • Zittern
  • Orientierungslosigkeit
  • Stimme versagt
  • Herzinfarktrisiko & Schlaganfallrisiko steigt

Was tun gegen die Depression nach einer Kündigung?

Ist der Betroffene noch in der Lage, aktiv gegen das Unwohlsein anzugehen, hilft es, die Situation zu analysieren und positiv nach vorne zu schauen. Dabei sollte die fehlende Struktur der Arbeit durch andere Routinen ersetzt werden. Dazu gehören das Schreiben von Bewerbungen, aber auch Hobbies wie Sport und Freunde treffen. Stichwort Bewerbung! Hierbei ist es wichtig, sich durch Rückschläge nicht entmutigen zu lassen. Stattdessen empfiehlt sich die Reflexion der Absagen sowie die Teilnahme an Bewerbungstrainings, Weiterbildungen und Jobmessen.

Warum ein psychologisches Gespräch Ihnen helfen kann …

Spätestens, wenn der Austausch mit Familie und Freunden zu keiner Besserung führt, sollte ein Psychologe oder Psychiater konsultiert werden. Hier kann geklärt werden, ob die Niedergeschlagenheit des Betroffenen bereits die Ausmaße einer Depression oder Angststörung angenommen hat. Ziel ist die Wiederherstellung eines staken Selbstwertgefühls und das Erlernen von Präventivmaßnahmen in belastenden Momenten. Zudem wird festgestellt, ob die therapeutische Behandlung durch Antidepressiva oder ähnliche Psychopharmaka ergänzt werden muss. Im Zweifel kann zumindest temporär nur auf diese Weise eine langfristige Sicherung des Gesundheitszustandes gewährleistet sein.

Weitere Anlaufstellen für seelische Probleme

Doch nicht immer ist bei Not schnelle Hilfe in Sicht. Viele Therapiepraxen sind überlaufen und einen Termin zu bekommen kann oft Wochen oder Monate dauern. Für solche Fälle gibt es auch bei Depressionen und sonstigen psychischen Problemen den staatlichen Krisendienst und die kirchliche Krisenberatung mit ihrer anonymen Telefonseelsorge (Gebührenfrei erreichbar unter 0800/1110111 und 0800/1110222).