Kündigung: gerechtfertigt oder nicht?

Das Kündigungsrecht in Deutschland ist recht komplex. Arbeitnehmer und auch Arbeitgeber müssen verschiedene Regelungen einhalten, wenn ein Arbeitsverhältnis aufgelöst werden soll. Das ist auch der Grund, warum oft Fehler gemacht werden und eine Kündigung in der Folge unwirksam sein kann. Neben versäumten Fristen besteht die Möglichkeit, dass eine Kündigung sozial ungerechtfertigt ist.

Ist dies der Fall, ist die Kündigung nicht durch bestimmte Gründe bedingt und verstößt gegen das Gesetz (KSchG). Generell gilt eine Kündigung, für die das Kündigungsschutzgesetz zu beachten ist, als sozial ungerechtfertigt, wenn der Arbeitgeber bei der Auswahl des zu kündigenden Arbeitnehmers nicht das Lebensalter, die Länge der Betriebszugehörigkeit oder die Unterhaltspflichten ausreichend berücksichtigt hat.

Sozial ungerechtfertigte Kündigungen

Was gilt es bei einer sozial ungerechtfertigten Kündigung zu beachten?

Sollten Sie sich gegen eine ungerechtfertigte Kündigung wehren wollen, ist es wichtig, dies innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung zu tun. Hinzu kommt, dass Sie sich schnellstmöglich bei der zuständigen Agentur für Arbeit arbeitssuchend melden müssen. So können sozialrechtliche Nachteile wegen Verletzung der Meldepflicht vermieden werden.

Wann ist eine Kündigung sozial gerechtfertigt?

Manchmal kommt es vor, dass Betriebe sich aus wirtschaftlichen Gründen verkleinern müssen. Die Folge ist: Mitarbeiter werden entlassen. Aber dabei haben Unternehmen einiges zu beachten. Sie dürfen nicht gegen die Kündigungsrichtlinien nach § 95 BetrVG verstoßen. Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet zu prüfen, ob er die Betroffenen in einer anderen Betriebsstätte oder Abteilung des Unternehmens weiterbeschäftigen kann. Dafür müssen auch Fortbildungen und Umschulungen der Mitarbeiter in Betracht gezogen werden, wenn sie dazu dienen können das Arbeitsverhältnis zu erhalten.

Zudem ist es für eine wirksame Kündigung unabdingbar, dass der Betriebsrat der Kündigung nicht widersprochen hat. Darüber hinaus ist eine Kündigung nur sozial gerechtfertigt, wenn bei der Auswahl der zu kündigenden Arbeitnehmer soziale Gesichtspunkte ausreichend berücksichtigt wurden. Die Abwägungen müssen dem Arbeitnehmer mitgeteilt werden. Entscheidungskriterien sind beispielsweise:

  • Lebensalter
  • Betriebszugehörigkeit
  • Familienstand
  • Unterhaltsverpflichtungen
  • Vermögen
  • Gesundheitszustand

Sollten Sie unsicher sein, ob Ihre Kündigung sozial gerechtfertigt war, ist es empfehlenswert, sich schnellstmöglich rechtlich beraten zu lassen. Für eine Kündigungsschutzklage haben Sie drei Wochen nach Eingang der Kündigung Zeit. Wird in dieser Zeit die Klage nicht eingereicht, ist die Kündigung rechtswirksam.

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Häufige Fragen

Wann muss eine Kündigung sozial gerechtfertigt sein?

Eine Kündigung muss immer dann sozial gerechtfertigt sein, wenn das Kündigungsschutzgesetz greift. Um den Kündigungsschutz zu genießen, muss ein Arbeitnehmer länger als sechs Monate in einem Unternehmen mit mehr als zehn Vollzeitbeschäftigten (Teilzeitkräfte anteilig) angestellt sein. Danach kann ein Arbeitnehmer nur personenbedingt, verhaltensbedingt oder betriebsbedingt gekündigt werden.

Wann ist eine Änderungskündigung sozial gerechtfertigt?

Wenn Lebensalter, Betriebszugehörigkeit, Familienstand, Unterhaltsverpflichtungen, Vermögen und der Gesundheitszustand bei der Auswahl der Gekündigten berücksichtigt wurden.

Was ist ein betrieblicher Grund?

Wird eine Kündigung aus betrieblichem Grund ausgesprochen, hängt das meistens damit zusammen, dass dein Betrieb sich reorganisieren muss oder eine Insolvenz ansteht. Langfristige Zahlungsengpässe, Absatzrückgänge und eine Verlagerung des Übernehmens können ebenfalls Gründe sein.

Was ist eine sozialverträgliche Kündigung?

Eine Kündigung ist sozialverträglich, wenn Lebensalter, Betriebszugehörigkeit, Familienstand Unterhaltsverpflichtungen, Vermögen und der Gesundheitszustand berücksichtigt wurden.