Der Moment der Wahrheit – das Vorstellungsgespräch

Wenn Sie die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch erhalten haben, sind Sie der anvisierten Anstellung schon einen gehörigen Schritt näher gekommen. Immerhin gehören Sie damit zum erlesenen Kreis der eingeladenen Kandidaten. Trotzdem oder gerade deshalb heißt es nun, sich gut vorzubereiten. Worauf Sie dabei generell achten sollten und welche Fehler in einem Bewerbungsgespräch vermieden werden müssen, klärt der nachfolgende Artikel.

Vorstellungsgespräch

Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

Nicht jeder Bewerber ist von Natur aus gemacht für die stressbehaftete Situation eines Bewerbungsgesprächs. Für manchen kommt die Befragung durch Personaler und Vorgesetzte einer mündlichen Prüfung gleich. Andere laufen in Drucksituationen wie dieser zur Höchstform auf. Für alle aber gilt: Nichts geht über eine intensive Vorbereitung! Dabei sollten Sie zuallererst mit den inhaltlichen Aspekten des Jobinterviews auseinandersetzten.

Dazu gehören eine Recherche zum Unternehmen und zu den Ansprechpartnern im Vorstellungsgespräch. Schauen Sie auf der Website der Firma nach, was deren Philosophie ist, welche und wie Produkte oder Dienstleistungen vermarktet werden sowie welche Rolle die für Sie relevanten Personen einnehmen. Auch Jahresabschlüsse, externe Berichte über das Unternehmen wie journalistische Artikel oder Firmen Bewertungsportale können behilflich sein.

Als Nächstes steht die Erarbeitung der Selbstpräsentation auf dem Programm. Machen Sie sich die markantesten Stationen Ihres Berufslebens bewusst. Überlegen Sie dabei, welche Nachfragen von Ihren Gesprächspartnern gestellt werden könnten. Hier als Anregung eine mögliche Auswahl:

  • Was haben Sie in dem Jahr zwischen dem Studienabschluss und dem ersten Job gemacht?
  • Warum haben Sie zwischenzeitlich die Branche gewechselt?
  • Warum waren Sie nie länger als zwei Jahre bei einem Arbeitgeber?
  • Was war das erfolgreichste Projekt, an dem Sie gearbeitet haben?
  • Was denken Sie von Ihrem letzten Arbeitgeber?

Idealerweise üben Sie diese Situation mit einem Familienmitglied oder Freund. Das gilt auch für die klassischen Fragen eines Bewerbungsgesprächs. Fragen allgemeiner Natur sind zum Beispiel:

  • Warum haben Sie sich gerade bei uns beworben?
  • Was sind Ihre Stärken und Schwächen?
  • Wie gehen Sie mit Veränderungen um?
  • Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?
  • Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Darüber hinaus gilt es auch, den Tag des Vorstellungsgesprächs gut vorzubereiten. Findet dieses außerhalb Ihres Wohnorts statt, sollte die Anfahrt mit dem Auto oder Zug rechtzeitig geplant werden. Lassen Sie immer einen zeitlichen Puffer – schließlich könnten Sie im Stau stecken bleiben oder mit der Bahn Verspätung haben. Auch über die Wahl des Outfits sollte man sich rechtzeitig Gedanken machen. Eher konservativ oder leger – das kommt auf den Stil der Firma an, über den ebenfalls ein Blick auf deren Homepage Aufschluss gibt. Und natürlich sollten Sie zum Gespräch etwas zu Schreiben und Ihre Bewerbungsunterlagen mitnehmen – so können Sie Fragen notieren und beim Referieren über Ihren Werdegang auch mal einen Blick auf die einzelnen Stationen werfen.

Ablauf des Vorstellungsgesprächs

Ist der große Moment gekommen, heißt es cool zu bleiben, denn Sie sind gut vorbereitet. Freuen Sie sich einfach auf ein produktives und sympathisches Gespräch. Beim persönlichen Kennenlernen sprechen Sie Ihre Gegenüber mit den Nachnamen an. Blickkontakt, ein Lächeln und ein fester, aber nicht zu kräftiger Händedruck, sind ebenfalls ein gutes Zeichen. Nehmen Sie erst Platz, wenn Sie dazu aufgefordert werden. Wird Ihnen ein Getränk angeboten, ist es höflich, dies anzunehmen.

Das eigentliche Vorstellungsgespräch beginnt in der Regel mit einer Vorstellung des Unternehmens durch den oder die Gesprächspartner sowie mit einer Beschreibung deren Tätigkeitsfelder. Nun sind Sie am Zug. Zumeist wird als Erstes nach Ihrem Lebenslauf gefragt. Benennen Sie dabei die markantesten Merkmale. Trotz möglicher Nervosität ist es wichtig, nicht hastig, sondern deutlich und normal zu sprechen. Ihre Ausführungen sollten nicht wie auswendig gelernt klingen. Bleiben Sie bei Ihren Antworten zudem ehrlich und authentisch. Lügen können von Ihrem Gegenüber schnell als solche ausfindig gemacht werden. Auch ein freundlicher und höflicher Umgangston sollte stets gewahrt werden. Das gilt ebenso für mögliche Stresssituationen. Gerade hier kann Ihr potenzieller Arbeitgeber ablesen, ob Sie im Job auch unter Stress die Contenance bewahren und den Überblick behalten.

Darüber hinaus ist es empfehlenswert, wenn angemessen, selbstbewusst das Wort zu ergreifen und Rückfragen zu stellen. Das zeugt von Interesse und belegt, dass Sie gut vorbereitet sind. Während der gesamten Kommunikation ist aber auch darauf zu achten, den Gesprächspartner stets ausreden zu lassen. Am Schluss des Gesprächs kann das Thema „Gehalt“ zur Sprache kommen, wenn es nicht festgelegt ist bzw. Sie nicht bereits in der Stellenausschreibung dazu aufgefordert worden sind, diesbezügliche Angaben zu machen. Bei Gehaltswünschen sollten Sie sich generell nicht unter Wert verkaufen, aber auch nicht astronomische Summen verlangen. Was Sie in etwa verdienen sollten, lässt sich anhand Ihrer bisherigen Laufbahn sowie an branchenüblichen Vergleichsangaben im Internet ermitteln.

Anschließend teilt der Arbeitgeber mit, dass er sich bei Ihnen melden wird. Wenn er dabei kein konkretes Datum nennt, sollte dies auch nicht erfragt werden. Bei der Verabschiedung gilt es erneut Blickkontakt zu halten, zu lächeln, die Hand zu geben und den Namen der Gesprächspartner zu nennen. Wieder zu Hause sollten Sie das Gespräch reflektieren. Was können Sie aus dem Bewerbungsgespräch auch für ein nächstes Mal mitnehmen? Was von den Dingen, die Sie sich vorgenommen hatten, verlief gut, was weniger gut? Gab es Fragen, mit denen Sie nicht gerechnet hatten? Zudem kann es nicht schaden, eine Dankesmail an das Unternehmen zu schicken, in der Sie sich kurz und bündig für das interessante Gespräch bedanken und mitteilen, dass Sie sich eine Anstellung sehr gut vorstellen könnten.

Zweites Vorstellungsgespräch

Manche Unternehmen laden die Kandidaten im Zuge eines Bewerbungsprozesses auch zu einem zweiten Vorstellungsgespräch ein. Die Vorauswahl ist getroffen – nun kann ein weiteres Gespräch dazu dienen, sich unter den übrig gebliebenen Bewerbern für denjenigen zu entscheiden, der auch über die letzten Zweifel erhaben ist. Häufig angesetzt bei der Vergabe von hochrangigen Positionen, sitzen im zweiten Bewerbungsgespräch eventuell nun auch höhere Entscheidungsträger wie der Chef der Personalabteilung oder der Firmengründer mit am Tisch.

Was aber erwartet den Bewerber in der zweiten Runde? Zunächst einmal sollte Ihnen bewusst sein, dass es auch hier zumeist noch weiterer Kandidaten gibt und der Job noch keineswegs in trockenen Tüchern ist. Man muss sich also ebenso sorgsam wie vor dem ersten Gespräch vorbereiten. Hilfreich sind dabei die Erkenntnisse aus dem vorausgegangenen Gespräch. Mit Sicherheit haben Sie nun die ein oder andere passendere Antwort parat, weil Sie eher wissen, was dem Unternehmen und seinen Mitarbeitern wichtig ist.

Da vermutlich auch neue Personen in der Runde zugegen sind, könnten ähnliche Fragen wie beim ersten Vorstellungsgespräch gestellt werden. Haben Sie keine Scheu vor inhaltlichen Wiederholungen, schließlich möchte auch der Firmenchef oder Neue am Tisch hören, warum Sie gerne im Unternehmen tätig werden möchten. Sollte es Ihnen aber gelingen, in der Darstellung bisheriger Erfahrungen und Ihrer Stärken mit anderen Beispielen als im ersten Vorstellungsgespräch zu arbeiten, sammeln Sie sicher Pluspunkte. Durch diese Variation in den Details wirkt das Vorgetragene glaubwürdiger und nicht auswendig gelernt. Ihre eigenen Fragen sollten sich besser nicht doppeln, da so der Eindruck entstehen könnte, dass Sie im ersten Gespräch nicht zugehört hätten. Überlegen Sie sich daher im Vorfeld genau, was Sie im zweiten Gespräch zusätzlich von ihrem hoffentlich künftigen Arbeitgeber wissen möchten. So kann dieser erneut mit dem Gefühl aus dem Zusammentreffen gehen, dass Sie echtes Interesse an der Stelle haben.

Häufigsten Fehler bei einem Jobinterview

Abschließend möchten wir Ihnen in einer Zusammenfassung noch mal eine Checkliste zur Hand geben, mit der Sie mögliche Fehler in einem Vorstellungsgespräch vermeiden. Nobody is perfect, aber in der Summe sollten Sie sich nicht zu viele Ausrutscher leisten, wenn Sie eine gute Chance auf die angestrebte Tätigkeit haben möchten:

  • Treten Sie angemessen (Kleidung, Frisur, Rasur etc.) und höflich auf
  • Vermeiden Sie Unpünktlichkeit (aber erscheinen Sie auch nicht zu früh vor dem ausgemachten Termin)
  • Vergessen Sie nicht den Namen Ihrer Gesprächspartner
  • Reden Sie deutlich, natürlich und nicht zu schnell
  • Lassen Sie Ihr Gegenüber ausreden
  • Binden Sie im Falle von mehreren Gesprächspartnern jeden einzelnen in die Konversation mit ein
  • Seien Sie Profi Ihrer eigenen Unterlagen
  • Überlegen Sie sich im Vorfeld Antworten auf klassische Bewerberfragen
  • Stellen Sie eigene Fragen
  • Bedanken Sie sich für das Gespräch

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